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Oft gestellte Fragen

Angesichts der Möglichkeiten, die die moderne Endodontie bietet um Ihre Zähne zu erhalten, stellt sich für Sie als Patient natürlich die Frage : "Was kostet das?"

Diese Frage ist im Internet so gut wie nicht zu beantworten. Weder kennen wir Ihren Zahn, noch haben wir notwendige Befunde, um eine Diagnose zu erstellen. Trotzdem werden wir versuchen, zumindest ein paar allgemeingültige Aussagen zu treffen. Bitte beachten Sie dabei aber, dass diese Aussagen in Ihrem Fall eventuell nicht zutreffen.


1. Was kostet eine Wurzelbehandlung?

Das ist pauschal nicht zu sagen. Hier kommt es auf den Befund an, den Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt am besten kennt. Man kann allerdings sagen, je komplizierter die Behandlung ist, und je mehr Aufwand betrieben werden muss um einen Zahn zu retten, desto weniger werden sich die gesetzlichen Krankenkassen daran beteiligen.
Bei privaten Krankenkassen und eventuell auch mit einer Zahnzusatzversicherung werden Sie vermutlich mehr erstattet bekommen. Allerdings gibt es auch hier immer häufiger Probleme, da viele Leistungen der modernen Endodontie nicht in der Gebührenordnung für Zahnärzte enthalten sind.


 

2. Wann ist die Wurzelkanalbehandlung Kassenleistung?

Hier sprechen wir über Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Es gelten die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die im Sozialgesetzbuch Nr 5 geregelt sind.
Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen nur eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Behandlung übernehmen, die das Maß des Notwendigen nicht überschreitet.

SGB V


Für die zahnärztliche Versorgung sind für Zahnärzte die Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen bindend.

Abschnitt B Teil III Konservierende Behandlung Punkt 9.

Diese Richtlinie beschreibt, wann die Behandlung eines Backenzahnes ( Molaren ) zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse erbracht werden darf. Leider ist sie so offen gehalten, dass es selbst für Sachbearbeiter der Kassen oder der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen schwierig ist eine gültige Aussage zu treffen.  


Der Endodontie-Beirat der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) formulierte im Juni 2005 in der Stellungnahme „Good Clinical Practice“:
„Eine qualitätsorientierte Wurzelkanalbehandlung mit statistisch signifikant guter Langzeitprognose des Zahnes ist nur möglich, wenn die fachlichen, instrumentellen, zeitlichen und auch finanziellen Rahmenbedingungen dies zulassen.“

Die Ansicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns KZBV

Hier liegen die medizinischen Forderungen und die finanziellen Mittel eines solidarisch finanzierten Gesundheitssystems weit auseinander.


 

3. Wann ist eine Wurzelbehandlung keine Kassenleistung?

Ganz vereinfacht immer dann, wenn abzusehen ist, dass die Behandlung mit herkömmlichen Methoden nicht zum Erfolg führt.

Ein paar Beispiele:

 

  • Es ist nicht möglich bis zur Wurzelspitze zu behandeln,
    • weil der Wurzelkanal sehr stark gekrümmt ist,
    • weil ein abgebrochenes Instrument den Weg versperrt,
    • weil der Wurzelkanal verkalkt ist,
    • weil Pulpasteine den Weg versperren.
  • Die Anatomie des Wurzelkanalsystems ist sehr schwierig,
    • weil die Wurzelkanäle sehr verzweigt sind,
    • weil sich ein Wurzelkanal erst kurz vor der Wurzelspitze teilt,
    • weil sich mehrere Kanäle wie ein " C " vereinigt haben und auf herkömmliche Methode nicht zu behandeln sind.
  • Der Zahn verursacht trotz wiederholten Behandlungen immer noch Beschwerden,
    • weil evtl. ein Wurzelkanal oder mehrere Wurzelkanäle nicht gefunden wurden,
    • weil evtl. noch Bakterien in versteckten Seitenkanälen sind,
    • weil evtl. der Wurzelkanal bei der Behandlung unabsichtlich verletzt wurde.
  • Wenn die Wurzelbehandlung mit Zusatzleistungen erbracht werden soll, die nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenkassen sind.
    • Behandlung mit dem Dental Mikroskop.
    • Behandlung mit Ultraschall Desinfektion.
    • Behandlung mit elektronischer Längenmessung.
    • Entfernung von abgebrochenen Wurzelkanalinstrumenten.
    • Behandlung von Wurzelauflösungen ( Resorptionen ).
    • Entfernung von Verkalkungen ( Obliterationen ) oder Pulpasteinen ( Dentikel ).
    • Behandlung mit Ozon oder Laser.
  • Ein Zahn mit einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung muss erneut behandelt werden,
    • weil es wieder zu einer Entzündung an der Wurzelspitze gekommen ist,
    • weil die vorhergehende Wurzelkanalfüllung nicht bis zu Wurzelspitze reicht,
    • weil die chirurgische Entfernung der Wurzelspitze erfolglos war.

Hier kann allerdings in Ausnahmefällen auch eine Kassenleistung vorliegen. Näheres regelt die Richtlinie des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen

Abschnitt B Teil III Konservierende Behandlung Punkt 9.4.

Diese Auflistung ist nicht abschließend.


 

4. Mein Zahnarzt behandelt ohne Mikroskop und ich habe nichts bezahlt. Bin ich falsch behandelt worden?

Nein. Die endodontische Standardbehandlung wird in jeder Zahnarztpraxis durchgeführt. Jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt kann eine herkömmliche Wurzelkanalbehandlung vornehmen. Mit welchem Erfolg dabei zu rechnen ist, kommt immer auf den speziellen Einzelfall an. Sollten sich Komplikationen vor oder während der Behandlung ergeben, können zusätzliche Maßnahmen und Geräte eingesetzt werden. Zudem gibt es erfahrene Kolleginnen und Kollegen, zu denen bei Bedarf überwiesen werden kann.


 

5. Ich bin privat versichert. Werden alle Leistungen der Wurzelbehandlung erstattet?

Die Gebührenordnung für Zahnärzte ( GOZ ) ist aus dem Jahre 1988 und berücksichtigt moderne endodontische Verfahren nur teilweise. Zwar wurde die GOZ 2012 novelliert, doch wurde auf eine grundlegende Modernisierung der Gebührenordnung verzichtet, um die Gesamtausgaben für private Versicherungen stabil zu halten und die Finanzen von Bund und Ländern nicht zu belasten. Der allgemeine Preisanstieg, der auch vor Zahnarztpraxen nicht haltmacht, wurde nicht berücksichtigt.

Es ist daher möglich, dass ein Großteil der Kosten einer hochwertigen endodontischen Behandlung von privaten Versicherungen oder einer Beihilfestelle von Bund, Land oder Stadt erstattet werden. Je nach Schwierigkeitsgrad und Aufwand, kann es allerdings auch zu einem Eigenanteil kommen, wenn Ihre Versicherung die Übernahme der Kosten für aufwändige Leistungen verweigert.


 

6. Wurzelbehandlungen funktionieren nicht.

Diese Meinung ist immer noch weit verbreitet. Sie stammt allerdings noch aus einer Zeit, in der die Zahnerhaltung eine untergeordnete Rolle spielte. Mit den heute in der Endodontie zur Verfügung stehenden Möglichkeiten können Zähne durchaus erhalten werden, die früher entfernt worden wären. Eine Erfolgsgarantie kann es, wie bei jeder anderen medizinischen Behandlung auch, jedoch nicht geben.


 

7. Ich lasse mir lieber ein Implantat setzen. Das Implantat wird von meiner gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Das ist leider nicht richtig. Die Kosten der chirurgische Leistungen für das Setzen eines Implantates müssen Sie selbst tragen. Sie bekommen lediglich einen Festzuschuss für den Zahnersatz ( Kronen, Brücken und Prothesen ), der auf dem Implantat befestigt werden soll. Hinzu kommen eventuell noch Kosten für einen Knochenaufbau, falls nicht genügend Knochen für ein Implantat zur Verfügung steht.

Häufig sind die Kosten dafür deutlich höher als für eine hochwertige Wurzelkanalbehandlung.


 

8. Zahlt meine Zahnzusatzversicherung eine Wurzelkanalbehandlung ?

Das kommt in vielen Fällen darauf an welchen Tarif Sie gewählt haben und welche Art von Zahnzusatzversicherung Sie schon haben. Neuere Versicherungen bieten mittlerweile auch die Erstattung von Kosten für weitere Zahnbehandlungen und der Individualprophylaxe an. Hier sollten Sie sich vor Abschluß einer Zahnzusatzversicherung gründlich informieren und beraten lassen. Eine sehr gute Adresse für diese Fragen ist die Seite " hansweizmann - Experte Zahnzusatzversicherungen ".

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